Marokko zum Vierten
Schon dreimal, 2012, 2016 und 2018 haben wir dieses Land besucht. Es bleibt unser Favorit zum günstigen Überwintern. Von Januar bis März lässt es sich bei durchschnittlich 25°C gut leben. Während man bei Sonnenschein im Schatten einer Palme chillt, kann sich zu Hause der Winter mit seinen Wetterkapriolen austoben. Wasser und Heizung sind ausgeschaltet, so dass auch keine Kosten auflaufen können. Marokko ist und bleibt unser Traumland. Die abwechlungsreiche Landschaft von schneebedeckten Bergen im Atlasgebirge bis zur sandigen Wüste lässt es nie langweilig werden. Die Versorgung mit leckerer Tajine und Nahrungsvielfalt auf den Märkten für Selbstversorger wie uns lässt keine Wünsche offen. So freuen wir uns riesig auf unser Traumland.
Am 1. Januar geht es von Ladenburg nach Sete in Südfrankreich. Von dort bringt uns die GNV-Fähre in zwei Tagen direkt nach Marokko. Dieses Mal starten wir in Nador im Osten des Landes. Entlang der Grenze zu Algerien bringt uns die N17 an die Ausläufer der Sahara in die Erg Chebbi, wo wir uns bestens auskennen.
Eine geführte Tour mit NomadMaroc vom 27. Januar bis zum 19. Februar bringt uns noch einmal die Städtehighlights mit den 4 Königsstädten Fes, Meknes, Marrakech und Rabat näher. Danach noch ein paar Tage Erholung am Meer, bis die Heimreise im März beginnt.
Unsere erste Etappe
5.1.2026 Ab in den kalten Süden
Nach einer abenteuerlichen Fahrt mit Regen und Schnee und kurzen Werkstattaufenthalten erreichen wir Sete an der Cote d‘Azur im Winterschlaf. Die Temperaturen von 3°C am Morgen und Frost in der Nacht zehren an unserem Gasvorrat zudem die Stromversorgung des Stellplatzes auch nur zeitweise funktioniert. Ein Camper friert zwar nicht, aber so haben wir uns unseren Urlaubsstart nicht vorgestellt. So harren wir auf dem Stellplatz bis Mittwoch bei immerhin eisigem Sonnenschein der Dinge. Dann geht es mit der hoffentlich beheizten Fähre ins heiße Afrika, wenn auch die Wettervorhersage für dort ebenfalls nicht gerade rosig aussieht. Nach dieser Anreise hätten wir uns ein ordentliches Wetter verdient, d.h. auf der Autobahn erarbeitet. Immerhin sind wir nicht alleine. Ellen und Fritz mit Hund Oskar werden wir wieder am Freitag auf der Fähre treffen, sie steigen in Barcelona zu. Ab Nador erobern wir gemeinsam Marokko.
09.01.2026 Afrika endlich erreicht
So holprig war unsere Anreise nach Marokko noch nie! Zunächst eine ungewöhnliche Kälte auf der Fahrt durch Frankreich mit Problemen der Fahrzeugelektrik. Da haben wir uns auf die Fährfahrt übers Mittelmeer in wärmere Gefilde so gefreut. Herbe Enttäuschung! Die GNV-Fährgesellschaft hat die Heizungen für ein echtes Polarerlebnis heruntergedreht. Alle Klamotten und verfügbare Decken wurden eingesetzt, ein Paar hat gar den vorhandenen Föhn zur Aufheizung der Kabine eingesetzt. Nach etlichen Beschwerden haben sie uns dann fürs Motzen gegeben, 25 Grad als Schwitzkur in der zweiten Nacht. Auch das Essen kann uns da nicht versöhnen, teuer und außer einer tollen Pizza geschmacklich daneben. Wann immer möglich, werden wir GNV meiden, die haben uns schon mehrere Urlaube versaut.
Zum Fotografieren hat man bei diesen Verhältnisen keine Lust.
Jetzt muss Marokko zeigen, was es drauf hat. Nach bereits 3 Marokko-Urlauben setzen wir große Hoffnungen in dieses Land. Da freuen wir uns auf viele schöne Motive.
Nun beginnt unsere Wüstenfahrt bis in die hinterste Südostecke Marokkos, immer entlang der Grenze zu Algerien bis zur Oasenstadt Figuig. Hierher verirrt sich kaum ein Tourist. Auf der ganzen Strecke kaum Autos und schon gar kein Womo. Endlose Weite bei bestem Wetter, nachts aber immer noch frostig.
14.01.2026 Wir verlassen Figuig und queren nach Westen bis Errachidia um eine Elektrikfirma wegen der Probleme mit der Ladung der Aufbaubatterie aufzusuchen. Eine Übernachtung vor der erfolglosen Werkstatt nervt wegen vieler Jugendlichen und kläffenden Hunderotten.
Von hier aus starten wir über endlose Landstraßen neben schneebedeckten Bergen zu einem Besuch der Farm von Thomas Friedrich. Dort überreichen wir unsere Kleiderspende und verbringen einen sonnigen Nachmittag. In der Nacht geht die Temperatur aber wieder auf 1°C zurück. Das soll das heiße Afrika sein! Jetzt muss ich schauen, wo wir wieder Gas tanken können, gar nicht so einfach! Da hilft nur eine marokkanische Flasche mit entsprechendem Adapter weiter.
17.01.2026 Von der Thomas-Farm im marokkanischen Hinterland fahren wir durch schöne Landschaften mit ausgedehnten Oasen wieder zurück zur Touristenstrecke N13. Zwischen Errachidia und Erfoud treffen wir auf Camping Hakkou unsere Freunde Martina und Roland. Ellen und Fritz sind da gestern schon eingetroffen. Mit einem Tischlagerfeuer kämpfen wir gegen die Kälte an und feiern unser Treffen. Für Roland und Martina endet ihr Marokkourlaub so langsam. Sie begeben sich auf die lange Heimreise, nachdem sie schon seit Oktober unterwegs sind. Wir bleiben mit Ellen und Fritz noch einen Tag um dann in die Erg Chebby vorzudringen. Den Campingplatz umgibt eine wunderschöne Palmenoase.
18.01.2026 Etappenziel erreicht: Erg Chebbi
Nach 176 km von Camping Hakkou erreichen wir unser Etappenziel Erg Chebbi bei Merzouga, eine der schönsten Ecken Marokkos. Hier waren wir bereits dreimal auf Camping „Haven la Chance“. Die Seele des Platzes ist „Hassan“, unser Freund, den wir bereits seit 7 Jahren unterstützen. Ein herzlicher Empfang erwartet uns. 2 Plätze mit Stromanschluss hat er für uns reserviert. Auch hier nur 198 Volt, die unsere Batterie nicht laden wollen. Hassan besorgt uns einen Spannungsregler, der uns endlich unabhängig von den marokkanischen Spannungsschwankungen auch in Zukunft macht – ein stetes Problem, bei der uns keine Werkstatt helfen konnte, ist gelöst.
So können wir hier einige unvergessliche Urlaubstage verleben. Eine Traumlandschaft in den Dünen des Erg Chebbi umgibt uns. Nur die Temperaturen könnten bei dem wunderbaren Wetter etwas höher sein. Der stete kalte Wind pfeift uns um die Ohren. Da ist dicke Kleidung gefragt, die im Depot Nomad feilgeboten wird.
21.01.2023 4x4 Allradtour durch den Erg Chebbi
Hassan organisiert für uns eine Abenteuertour durch den Erg Chebbi mit Jusef, einem erfahrenen Steuermann, der auf uns 4 Rentner Rücksicht nimmt und die tiefsten Löcher umfährt. Zahlreiche Fotostopps zeigen uns die Schönheiten dieser Landschaft. Bei Nomaden wird für uns im Zelt eine leckere Berberpizza mit Vor- und Nachspeise serviert. Die Tour hat sich wahrlich gelohnt.
26.01.2026 Das Wetter fordert eine Pause
In Merzouga haben wir endlich den Sommer getroffen. Nun sollte es weiter über den Hohen Atlas nach Chefchaouen im Norden gehen. Dort regiert aber noch der Winter mit Eis und Schnee. Entgegenkommende Touristen erzählen von heftigem Dauerregen und -schnee mit Straßensperrungen und langen Staus. So entschließen wir uns, südlich des Atlas-Gebirges zu verweilen und erst am 29. Januar zu unserer Reisegruppe in Meknes zuzustoßen. So chillen wir in Errachidia auf dem Campingplatz in der Sonne. Nach Meknes fahren wir dann in 2 gemütlichen Etappen.
27.01.2026 Noch geht von Algeciras nach Tanger-Med wegen des schlechten Wetters mit schweren Sturmböen und Regen keine Fähre. Unsere Reisegruppe sitzt also noch in Spanien fest. Wir sonnen uns noch in Errachidia und fahren dann langsam Richtung Meknes, bis auch uns wohl das schlechte Wetter einholt.
28.01.2026 Nun brechen wir doch schon heute Richtung Meknes auf. Mit Zwischenstopp bei Midelt erklimmen wir das Atlas-Gebirge. Dort herrscht noch tiefster Winter mit meterhohen Schneeverwehungen. Noch vor Tagen gesperrt, sind jetzt die Straßen frei und gut befahrbar. Nur der eisige Wind mit starken Böen macht uns zu schaffen. Bei Meknes erreichen wir den Campingplatz, den auch unsere Reisegruppe anfahren wird, wenn sie endlich den Sprung nach Afrika schafft und evtl. noch Chefchaouen besucht. Inshallah ! Wir fühlen uns hier angekommen und gut aufgehoben.
Weiter geht's in Marokko 2